Geschichte des Rebreathertauchens

Mitte des 16. Jahrhundert beginnt die Geschichte der Rebreather ("Wiederatmer"). Doch die damaligen Geräte haben mit unseren Heutigen nicht viel gemeinsam. Es waren Helmtauchgeräte, deren Luftversorgung von der Oberfläche kam. Die Luft befand sich in Helm und Anzug und wurde dadurch mehrfach geatmet (Pendelatmung). Das CO2 wurde bei diesen Geräten noch nicht gebunden sondern einfach ausgespült.

1680 erfand Giovanni Borelli ein geschlossenes Kreislaufgerät, bei dem die Luft durch ein Seewasser gekühltes Rohr geleitet wurde, die Verunreinigungen sollten an der Innenseite des Rohre kondensieren - das ganze war zum scheitern verurteilt.
Tja, wenn er daaaaaamals flüssigen Stickstoff und flüssigen Sauerstoff gehabt, und auch verwendet hätte, wäre der kryogenische Rebreather (Kryolung) schon sehr früh erfunden worden.

1726 verwendete Stephen Hale ein mit Weinstein und Seewasser getränktes Tuch als CO2 Absorber im Helm eines Grubenretters.

1773 Entdeckung des Sauerstoffs

1774 schlug J. F. Zöllner vor reinen Sauerstoff zum Tauchen zu verwenden.

1777 entdeckte ein Schwede namens Scheele, dass Bienen in einem geschlossenen Behälter am Leben blieben, wenn man eine Schüssel mit Kalkwasser hineinstellte, die das CO2 ausfilterte.

1825 hatte William H. James den Einfall, einen Druckbehälter in der Form eines Gürtels am Bauch des Tauchers anzubringen und ihn daraus autonom - ohne Verbindung zur Oberfläche - atmen zu lassen.
Leider hatte er keine Idee wie er den Fülldruck auf Umgebungsdruck hätte reduzieren können.

1847 machten Regnault und Reiset die Entdeckung, dass Hunde in einer versiegelten Kammer am Leben blieben, wenn Sauerstoff hinzugefügt und CO2 entfernt wurde.

1865 setzten Rouquaryrol und Denayrouze, einen selbstständig wirkenden Druckregulator zwischen Helm und Luftschlauch ein. Der Luftschlauch wurde dann auch noch durch einen 30 l / 30 bar Druckluftbehälter ersetzt.

1878 - hier beginnt die eigentliche Geschichte des Kreislaufgerätes, alle bisherigen Geräte konnte man zwar als Rebreather bezeichnen (in diesem Fall "Pendelatmer"), allerdings wurde bei keinem dieser Geräte das Atemgas durch einen Kreislauf geatmet.
Henry Fleuss, Offizier der Englischen Handelsmarine, entwickelte in Zusammenarbeit mit der Firma Siebe-Gorman das erste Sauerstoff-Kreislaufgerät.
Dieses Gerät war für die Rettung verunglückter und vom Wasser eingeschlossener Bergleute gedacht. Es musste unter Wasser ebenso wie in giftiger Atmosphäre funktionieren.

1879 wurde dieses Gerät das erste Mal für eine Stunde in einem Wassertank, und später in einer Bucht bis zu 5,5 m Tiefe getestet.

1881 Simon Lake und Khotinsky liessen sich Bariumhydroxyd als Scrubber (CO2-Absorber) patentieren.

1904 meldete Siebe Gorman ein Patent für Oxylite an (eine Gemisch aus Na2O2 und KO2 das Sauerstoff abgibt wenn sie mit CO2 oder Wasser reagiert).

1905 entwickelte der Ingenieur Robert Davis (seit 1882 bei Siebe Gorman and Co.) den "Davis-Tauchretter" als Rettungsgerät zum Verlassen von Unterseebooten.

1907 entwirft Dräger den U-Bootretter.

1909 im August werden bei Dräger die ersten erfolgreichen Tauchversuche mit einem schlauchlosen Tauchgerät verzeichnet.

1911 werden bei Dräger erste Versuche mit einem Kreislaufhelmtauchgerät durchgeführt.

1912 Bernhard und Heinrich Dräger stellen den frei tragbaren, schlauchlosen Dräger-Tauchapparat vor. Auf den ersten Blick war es kaum von den üblichen Helmtauchgeräten zu unterscheiden, allerdings fehlte der Luftschlauch. Auch das Rückengewicht fehlte, an dessen Stelle waren zwei Sauerstoffflaschen und der Absorber angebracht.

1913 - am 17. Juli macht Dräger Tieftauchversuche mit Kreislauf-Tauchgeräten im Tauchturm (erfolgreich 40 min auf 9 bar).

1914 Dräger stellt einen selbstmischenden Rebreather (Sauerstoff/Luft) für Tauchtiefen bis 40m vor, das DM 40.

1926 Dräger baut den U-Bootretter zum Bade-Tauchretter um.

1928 stellte die Firma Inhabad verschiedene Gas- und Naszogen- Tauchgeräte vor.
Dräger entwickelt die Gegenlunge.

1938 war Jaques-Yves Cousteau einer der ersten die Sauerstoff-Kreislaufgeräte zum Tauchen einsetzen wollten. Nach zwei Tauchgängen, die beide mit einer Sauerstoffvergiftung endeten verlor er das Interesse an diesen Tauchgeräten.

1939 konstruierte Dr. Christian Lambertsen den Lambertsen Amphibious Respiratory Unit (LARU).

1942 Hans Hass entwickelt mit dem Oberingenieur Hermann Stelzner bei Dräger aus der Gegenlunge das "Schwimmtauchgerät"
Siebe-Gorman stellt das Salvus ANS Sauerstoffkreislaufgerät vor, es hatte den Atemsack auf dem Rücken in Form eines Backpacks.

1952 wird das Kleintauchgerät Modell 138 von Dräger vorgestellt.

1953 das geschlossene Kreislauftauchgerät Leutnant Lund II von Dräger kommt auf den Markt, ebenso das über Barakuda vertriebene Delphin I

1954 entwickelt die VEB Medizintechnik Leipzig die Medi-Nixe

1957 das Oxygers 57 wird von Fenzy hergestellt,
in der UDSSR wird das Sauerstoff-Kreislauftauchgerät IDA-57 entwickelt

1959 wird das Trimix-Kreislaufgerät IDA-59M als U-Bootretter für Tiefen bis 300m entwickelt.

1964 IDA-64 Mischgaskreislaufgerät aus der UDSSR
Norge I von Dräger

1968 erblickt das Dräger LAR II das Licht der Welt.
Entwicklung des halboffen Dräger FGG III für tiefe Heliox Tauchgänge aus Taucherglocken, für Einsatztiefen bis 200m.
Die Westinghouse Min-O-Lung, ein geschlossenes Sauerstoff-Kreislauftauchgerät für Spionagezwecke entsteht.
Im selben Jahr entwarfen Walter Starke und John Kanwisher die Electrolung - Closed Circuit Underwater Breathing Apparatus (CCUBA), das erste im Handel erhältliche, elektronisch gesteuerte, geschlossene Mischgaskreislauftauchgerät.

1969 war die Markteinführung der Electrolung.
Dräger SMS 1, ein rückentragbares, schlauchabhängiges halboffenes Mischgas Tauchgerät.
Die Kreislaufgeräte LAR II, SMS 1, und FGT 1 werden im Unterwasserlabor Helgoland getestet.

1970 wird aufgrund dreier tödlicher Unfälle die Electrolung wieder vom Markt genommen.
Der CCR-1000 von BioMarine Industries wird für das "Comercial diving" entwickelt.
Dräger konstruierte ein Feuerwehr-Kreislaufgerät, den Travox 120.
Das US Navy Mk VI auch bekannt als "Green Death" erscheint.

1971 das bekannte IDA-71, ein chemisches Mischgas-Kreislauftauchgerät (CCCR) aus der UDSSR erscheint.


Ab hier erschienen jedes Jahr mehrere neue Geräte. Auch diese werden hier bald aufgeführt.

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